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Child’Space

Eine der ersten 13 Lernenden Moshe Feldenkrais‘ stellt die Entwicklung des Menschen während seiner ersten beiden Lebensjahre in den Vordergrund: Dr. Chava Shelhav. Sie nennt ihre Methode Child’Space. Der Raum des Kindes und das Tempo des Kindes stehen im Vordergrund in ihrer Arbeit. Diese, wie auch ihre Begründerin, sind klar, einleuchtend, grossartig.

Ich hatte und habe das Glück, Chava Shelhav zu übersetzen in Japan. Ich bin immer wieder beeindruckt von dieser Frau und von der Fundiertheit Child’Space.

In Freude auf das nächste Segment in Matsue im September!

Feldenkrais macht Fit!

Ja, ich gebe zu, ich war selbst ein bisschen erstaunt, als ich zu diesem Schluss kam.

… schliesslich machen wir kein hartes Training, bemühen uns um Achtsamkeit und nicht darum, die Zähne zusammenzubeissen.

aber  – klar!

Wir üben den effizienten Gebrauch unserer Kräfte, unseres Selbst, das macht fit!

Ich bin nicht die erste, die es bemerkt.

Profisportler, wie z.B. Edward Yu, beschreibt es in seinem Buch The Art of Slowing Down. A Sense-able Approach to Running Faster oder zu Deutsch Die Kunst Des Verlangsamens

Moshe Feldenkrais selbst war Athlet und Kampfsportler und stiess auf die Technik dieses erforschenden, feinen Herangehens als ultimative Steigerung der Fähigkeiten gestossen. Kampfsportler wie Moti Nativ erforschen und praktizieren seine Herangehensweise und kommen auf eben dieses Resultat.

Wie ich selbst das bemerkt habe? – Ich war, nach langer Pause, seit letztem Herbst nun dreimal Wandern. Nichts verrücktes. Aber ich werde nicht müde. Ich habe keinerlei Mühe, mit trainierten Männern Tempo zu halten. Über Ostern wanderte ich mit einer Freundin, die schon manchen Sommer auf der Alp verbracht hat und rauf und runter geht wie eine Gämse. Sie sah also, wie ich mit meinem Sohn auf den Schultern den Berg raufstieg und meinte „Du bist wirklich fit“ . Hm. Da dachte ich – warum wohl?

Es gibt zur Zeit (leider) nichts, das ich regelmässig trainiere. Es kann also nur FELDENKRAIS sein! Dieses Hinhören, Erfühlen und Erforschen der Zusammenhänge von Bewegung, Muskulatur, Atem; das Feilen und die Effizientsteigerungen auf feinem Niveau, die dabei geschehen. Sie nützen also nicht nur in der Theorie oder den Erzählungen anderer. Jede(r) kann sie am eigenen Leib, an der eigenen Performance erfahren. Toll.

Wandern werde ich noch oft gehen diesen Frühling und Sommer. Es macht einfach Spass ^^ Und der Bub hat doch auch schon einen rechten Teil alleine getreten.

Feldenkrais in Japan, Schweiz als Qualle

Es ist eine Freude wieder hier in Shizuoka zu unterrichten. Alt bekannte Gesichter. ATM Gruppen, die ich vor 10 Jahren begann und die noch immer weiter machen. Und dann auch neue Gesichter. Leute, die sich neu interessieren; Leute, die schon lange Interesse haben und endlich die Zeit fanden, mitzumachen. Unter anderem habe ich endliche einmal einen Workshop im Sitzen unterrichtet. Das war spannend.

Wenn ich sehe, wie die Menschen sich selbst zu zuzuhören beginnen: das macht mich richtig glücklich.

Ich treffe hier auch viele alte Freunde und Bekannte. Ein Freund meiner Tochter suchte in seinem Buch nach, welche Form die Schweiz denn habe – die einer Qualle! Was für ein erfrischendes Bild. Japan wird übrigens mit einem Halbmond verglichen.

Nun wünsche ich allen wunderschöne letzete 2018er Tage, einen wunderbaren Rutsch und alles Gute im 2019!

Aikido – Child’Space observations on instructing

Wenn ich schon alle Zeit für mich habe – wie hier in Matsue, wo ich ohne Kinder zum Übersetzen bin – möchte ich neben dem Arbeiten auch Aikido machen.  – Akai-Sensei, sechster Dan der hier im Budokan unterrichtet hiess mich sofort willkommen. Und auch seine Schüler. Ich durfte einfach mit ihnen mit trainieren fast als hätte ich schon immer dazu gehört.

Sie trainieren auf hohem Niveau. Kaum Anstrengung und Verkrampftheit sind wahrzunehmen.

Ich bin beeindruckt.

Beim dritten Training schaue ich zu. Das viele Bodenleben hier kann mein Knie offensichtlich nicht mehr einfach schlucken – neben dem Übersetzen gebe ich auch 2-3 FI im Tag, am Boden und ich muss es schonen. Am Boden zu arbeiten hat durchaus Vorteile, aber dazu ein anderes Mal .

Auch das zugucken ist interessant!

Nachdem ich nun jeden Tag dabei zuschauen darf, wie Chava Shelhav zukünftige Child’Space Practitioner unterrichtet; und auch dabei, wie sie Babys unterstützt darin, sich selbst wahrzunehmen und ihre Umgebung zu erforschen, schaue ich vielleicht anders hin:

Es wir immer wieder ein anderer Uke nach vorne gebeten, meistens ein weisser Gurt, obwohl viele Schwarz-Gurte da sind. Nachdem der Schwarzgurt viermal vorgezeigt hat, wechseln sie Rolle und auch der unerfahrerene weisse Gurt zeigt die Technik. Das langsamere Tempo wiederum hilft dabei, die Technik besser zu sehen. Meist trainiert danach auch ein Hakama Träger mit einem Weissgurt. Geduldig, ruhig, grosszügig, empathisch.

Toll dass ich begeistert bin und bleiben darf.

Der Budokan nur 10 Gehminuten von meinem Hotel entfernt. Matuse ist eine schmucke kleine Stadt mit Geschichte, historischen Bauten, Kultur und bestem Tee und Essen. Grün, Fluss, Schloss, Läden und Budo befinden sich auch noch alles auf nächstem Raum – ich finde es ganz grossartig hier.

Fuss

„Wer kommt da im Schnee barfuss hereinmarschiert – natürlich der Rafael“

So wurden wir heute morgen herzlich in der Kinderkrippe empfangen.

tatsächlich: Kinderfüsse in Hausschuhen und Socken wohin man blickt. Obwohl hier sehr gut geheizt ist, Bodenheizung, und ich überzeugt bin dass barfuss das beste sei – hinterfrage ich mich ein wenig. Und sehe höre vor meinem inneren Auge „Rabenmutter“ und „armes Kind“ Kritiken, obwohl mir in der Krippe hier keineswegs so begegnet wird.

Ich erwäge gar im März doch noch neue Winterstiefel für ihn zu besorgen (also: im Schnee und draussen ziehe ich Rafael Schuhe an), und auf der Suche danach treffe ich endlich mal wieder auf einen Kinderarzst, der meine Ansicht unterstreicht:

„25.02.2011 | Es gibt nur drei Dinge, die wichtig sind beim Laufenlernen: erstens: barfuß laufen, zweitens: barfuß laufen und drittens: barfuß laufen“, fasst Kinderarzt und ÖKO-TEST-Berater Dr. Falko Panzer zusammen. Barfuß laufend lernen Kinder, richtig abzurollen, und die Muskulatur der Füße entwickelt sich so, dass sie den Menschen aufrecht durchs Leben tragen können. Dieser Prozess ist dem Kind einprogrammiert und läuft ganz von alleine ab. (Fortsetzung siehe unten).“

In der Krippe, die meine Tochter in Japan besuchte, wurde den Kindern konsequent die Socken ausgezogen, obwohl keine Bodenheizung und nicht gut geheizt: aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen. Auch im Garten der Krippe gingen die Kinder barfuss und wuschen sich die Füsse jedes Mal, wenn sie wieder rein gingen.

Nicht überall wurde das so ge-fuss -habt aber es war in Japan schon einfacher und selbstverständlicher, wurde von der Gesellschaft weniger hinterfragt, das barfuss sein und barfuss lassen. Eher das besocken, beschuhen und einpacken der Füsse.

er wächst und lernt und formt sich, der Babyfuss, im Laufen und Bewegen. Die zahlreichen Nervenden lernen wahrnehmen und empfinden, genussvoll, spannend, stimulierend

Also: wenigstens wenn es warm ist: ich kann Sie nur darin unterstützen, Ihr Kind – und vielleicht auch Sie selbst – barfuss gehen zu lassen.

(Fortsetzung von oben zitiertem Artikel) „Der Terminus ,Lauflernschuh‘ ist deshalb aus wissenschaftlicher Sicht ein Widerspruch in sich“, meint Professor Markus Maier, Dozent für Orthopädie an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Sogar Söckchen solle man, wann immer möglich, weglassen, weil das Ertasten der Umwelt über die Haut unter anderem für die Entwicklung der Feinmotorik von immenser Bedeutung ist.

Weil sich das Leben aber nicht nur an sommerlichen Sandstränden und über Fußbodenheizungen abspielt, sondern auch auf Bürgersteigen und Spielplätzen mit spitzen Steinen und Glasscherben, braucht das Kind für draußen Schühchen mit schützenden Sohlen. Lange glaubte man, die noch recht wackelig tapsenden Kleinen beim Laufenlernen mit extra festen, stark stützenden Stiefeln ausrüsten zu müssen. Heute fordern Orthopäden für Schuhwerk in kleinen Größen möglichst flexible Laufsohlen. Solche Modelle, welche die Füße beim Abrollen nicht behindern, meinen die Hersteller inzwischen meistens, wenn sie von Lauflernschuhen sprechen.

Wenn es in der Wohnung für nackte Füße zu kalt ist, sind Krabbelschuhe mit weicher Wildledersohle eine Möglichkeit. Für diese Schlappen gibt es unterschiedliche Namen: Manche nennen sie Lederstrümpfe oder ebenfalls Lauflernschuhe. Gegenüber einfachen Söckchen und Stoppersocken haben Krabbelschuhe den Vorteil, dass sie eher am Fuß bleiben, anstatt alle naselang ausgezogen zu werden. In den vergangenen zehn Jahren haben in Deutschland vielfach junge Mütter…(https://www.oekotest.de/kinder-familie/19-Krabbel-und-Lauflernschuhe-im-Test_97214_1.html)

SPANNUNGelassenheiTraining

Entspannung

Verspannung

Abspannung

Aufspannung

Körperspannung

spannend

Die ideale Spannung haben in Körper und Geist um

Montagmorgen

Rendezvous

Schlaf

Sturz

Gespräch

Training

jeglicher Lebenslage

in der dafür genau idealen Spannung begegnen zu können.

Vielleicht könnte diese Spannung auch Spontaneität, Flexibilität heissen;

Gelassenheit.

Diese üben und lernen wir mit Hilfe von vielem.

Zen. Vipassana. Aikido. Achtsamkeit.

Auch Dr Moshe Feldenkrais uns dafür eine ausgezeichnete, sehr zugängliche, wohltuende Methode hinterlassen.

Die Feldenkrais Methode.

Im Juli beginnt eine weitere Berufsausbildung  bei der von mir überaus geschätzten Elizabeth Beringer.

Lernen

Rafael (11,5 Monate) ass heute erstmals mit der Gabel.

Schon länger interessiert er sich für Löffel und Gabel.

Eine enorme Leistung: zu halten, dass die Spitzen nach unten gucken; die Distanz bis zum Aufzuspiessenden sehen und messen können, kinästhetisch wissen, wie weit er seinen Arm strecken muss um mit der Spitze der Gabel (deren Länge er also auch abschätzen können muss) dahin zu gelangen.

Und dann mit genügend aber nicht zu viel Kraft zu stossen, damit das Essen dann an der Gabel stecken bleibt und es mit der Gabel zum Mund hinführen. Und schliesslich mit Lippen Zungen und Zähnen davon entfernen, mit 3 Zähnen kauen, schlucken…

Und in einigen Jahren wird er all das so gelernte einsetzen um zu schreiben, einen Ball ins Netz zu werfen, komplexe logische Aufgaben zu lösen. Unsagbar wesentlich, die Entwicklung in den zwei ersten Lebensjahren.

Wollte man dies alles einem Roboter beibringen, wäre ein ganz schön komplexes Programm notwendig.

Wir Menschen haben ein Nervensystem, das dies alles über Neugierde lernen kann. Auch dann noch, wenn wir alt sind oder über einen Unfall Teile des Nervensystems zerstört werden.

Am Ende wird die Gabel beim Menschenkind dann natürlich auf den Boden geworfen um nachzugucken, zu hören, wie es tönt… Und von A bis Z macht es offensichtlich Spass, dieses Lernen. Genau so sollen Feldenkrais Stunden sein – für optimales Lernen, schnelsst mögliche Veresserung.

Child’Space und Lotusteich

Die paar Tage in Shizuoka vor dem Übersetzen im Child’Space flogen dahin zwischen Feldenkrais Stunden, lieben Gesichtern und Jetleg.

Danke allen, die kamen, lernten, lagen, bewegten. Ich freue mich bereits auf das nächste Mal!

Einen Tag frühzeitig in Matsue angelangt trank ich auf dem Weg zum Gessoji-Tempel den besten Kaffee den ich in Japan je getrunken habe, und Rafael konnte auf den Tatami die Welt entdecken während ich über den Graben zur Matsueburg rüber sah.

Der Gang durch den Tempelgarten führte als ersten an einem Lotusteich vorbei „Oshaka-sama ha Hasuike no fuchi wo, hitori de brabra oaruki ni natte irasshaimashita. “ Unvermutet steit der Text Akutagawa Ryunosukes in mir auf, den Aki in Begleitung der Flötistin Isabelle szenisch gelesen hatte (Gallerie Geiser).

Das kühle innere des Tempels verwöhnt Augen, Geist, Körper auch mit weiten Tatami Räumen und Maccha.

Und schliesslich der erste Tag des letzten Segments dieser ersten Child’Space Ausbildung in Japan. Normalerweise arbeiten die Studenten mit Babys – verlocken aber offenbar auch ihrerseits zum berühren :-). Der Unterricht ist sehr spannend – bald mehr dazu.

Benefizkonzert für Fukushima

Am 11.3. hatte  ich die 3-fach Katastrophe im Nordosten Japans, namentlich Fukushima, zum 6. Mal gejährt. Ich wurde angefragt, am Benefizkonzert SUSHI-NACHT zu tanzen –

und habe also die wurzelnden schleifenden runden biegenden Bewegungen des Jiuta-Mai aufgenommen, zu wunderbaren Flötenklängen der Flötistin Kyoko Mikami.

Gewöhnlich tanzen wir Jiuta-Mai zum Ji-Uta: einem auf dem Shamisen begleiteten Lied, das wir tanzend darstellen, erweitern, verkörpern. Der Jiuta Sänger war bis vor einigen Jahrzehnten ein meist blinder Sänger-Spieler, der Wortlaut der Lieder poetisch bis Haiku-artig.

Ulrich Gasser, Debussy „Syrinx“   und Toru Takemitsu „Air

– es war neu und ungewohnt für mich, zu Flötenklängen, ohne Text, zu tanzen, und es war wunderbar. Kyoko ist eine herrliche Flötistin und ein sehr angenehmer Mensch, ich habe es überaus geschätzt, mit ihr zusammenarbeiten zu dürfen. Übrigens führ ihr Mann, Hidenori Mikami, das Querflöten Ateilier B-Wing

Sicher wird immer ganz viel zu steigern und verbessern bleiben – ein Weg wie alle japanischen Künste, ein Prozess wie Feldenkrais ist Mai.

Letzten Samstag vor 6 Jahren also begannen die Ballistraden im Steuererklärungsbüro, in dem ich hochschwanger Formulare ausfüllte, beängstigend zu schaukeln und die Erde hörte nicht auf zu beben. Die herausgetretene Strahlung hat auch jetzt nicht aufgehört – Botschaft des damaligen Premieminister Japans

Letztere hat Mutsumi Ueno uns weitergeleitet, die Organisatorin der Sushi Nacht, strahlende Organistin, Frau voller bewundernswerter Energie.