Fuss

„Wer kommt da im Schnee barfuss hereinmarschiert – natürlich der Rafael“

So wurden wir heute morgen herzlich in der Kinderkrippe empfangen.

tatsächlich: Kinderfüsse in Hausschuhen und Socken wohin man blickt. Obwohl hier sehr gut geheizt ist, Bodenheizung, und ich überzeugt bin dass barfuss das beste sei – hinterfrage ich mich ein wenig. Und sehe höre vor meinem inneren Auge „Rabenmutter“ und „armes Kind“ Kritiken, obwohl mir in der Krippe hier keineswegs so begegnet wird.

Ich erwäge gar im März doch noch neue Winterstiefel für ihn zu besorgen (also: im Schnee und draussen ziehe ich Rafael Schuhe an), und auf der Suche danach treffe ich endlich mal wieder auf einen Kinderarzst, der meine Ansicht unterstreicht:

„25.02.2011 | Es gibt nur drei Dinge, die wichtig sind beim Laufenlernen: erstens: barfuß laufen, zweitens: barfuß laufen und drittens: barfuß laufen“, fasst Kinderarzt und ÖKO-TEST-Berater Dr. Falko Panzer zusammen. Barfuß laufend lernen Kinder, richtig abzurollen, und die Muskulatur der Füße entwickelt sich so, dass sie den Menschen aufrecht durchs Leben tragen können. Dieser Prozess ist dem Kind einprogrammiert und läuft ganz von alleine ab. (Fortsetzung siehe unten).“

In der Krippe, die meine Tochter in Japan besuchte, wurde den Kindern konsequent die Socken ausgezogen, obwohl keine Bodenheizung und nicht gut geheizt: aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen. Auch im Garten der Krippe gingen die Kinder barfuss und wuschen sich die Füsse jedes Mal, wenn sie wieder rein gingen.

Nicht überall wurde das so ge-fuss -habt aber es war in Japan schon einfacher und selbstverständlicher, wurde von der Gesellschaft weniger hinterfragt, das barfuss sein und barfuss lassen. Eher das besocken, beschuhen und einpacken der Füsse.

er wächst und lernt und formt sich, der Babyfuss, im Laufen und Bewegen. Die zahlreichen Nervenden lernen wahrnehmen und empfinden, genussvoll, spannend, stimulierend

Also: wenigstens wenn es warm ist: ich kann Sie nur darin unterstützen, Ihr Kind – und vielleicht auch Sie selbst – barfuss gehen zu lassen.

(Fortsetzung von oben zitiertem Artikel) „Der Terminus ,Lauflernschuh‘ ist deshalb aus wissenschaftlicher Sicht ein Widerspruch in sich“, meint Professor Markus Maier, Dozent für Orthopädie an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Sogar Söckchen solle man, wann immer möglich, weglassen, weil das Ertasten der Umwelt über die Haut unter anderem für die Entwicklung der Feinmotorik von immenser Bedeutung ist.

Weil sich das Leben aber nicht nur an sommerlichen Sandstränden und über Fußbodenheizungen abspielt, sondern auch auf Bürgersteigen und Spielplätzen mit spitzen Steinen und Glasscherben, braucht das Kind für draußen Schühchen mit schützenden Sohlen. Lange glaubte man, die noch recht wackelig tapsenden Kleinen beim Laufenlernen mit extra festen, stark stützenden Stiefeln ausrüsten zu müssen. Heute fordern Orthopäden für Schuhwerk in kleinen Größen möglichst flexible Laufsohlen. Solche Modelle, welche die Füße beim Abrollen nicht behindern, meinen die Hersteller inzwischen meistens, wenn sie von Lauflernschuhen sprechen.

Wenn es in der Wohnung für nackte Füße zu kalt ist, sind Krabbelschuhe mit weicher Wildledersohle eine Möglichkeit. Für diese Schlappen gibt es unterschiedliche Namen: Manche nennen sie Lederstrümpfe oder ebenfalls Lauflernschuhe. Gegenüber einfachen Söckchen und Stoppersocken haben Krabbelschuhe den Vorteil, dass sie eher am Fuß bleiben, anstatt alle naselang ausgezogen zu werden. In den vergangenen zehn Jahren haben in Deutschland vielfach junge Mütter…(https://www.oekotest.de/kinder-familie/19-Krabbel-und-Lauflernschuhe-im-Test_97214_1.html)