Lernen

Rafael (11,5 Monate) ass heute erstmals mit der Gabel.

Schon länger interessiert er sich für Löffel und Gabel.

Eine enorme Leistung: zu halten, dass die Spitzen nach unten gucken; die Distanz bis zum Aufzuspiessenden sehen und messen können, kinästhetisch wissen, wie weit er seinen Arm strecken muss um mit der Spitze der Gabel (deren Länge er also auch abschätzen können muss) dahin zu gelangen.

Und dann mit genügend aber nicht zu viel Kraft zu stossen, damit das Essen dann an der Gabel stecken bleibt und es mit der Gabel zum Mund hinführen. Und schliesslich mit Lippen Zungen und Zähnen davon entfernen, mit 3 Zähnen kauen, schlucken…

Und in einigen Jahren wird er all das so gelernte einsetzen um zu schreiben, einen Ball ins Netz zu werfen, komplexe logische Aufgaben zu lösen. Unsagbar wesentlich, die Entwicklung in den zwei ersten Lebensjahren.

Wollte man dies alles einem Roboter beibringen, wäre ein ganz schön komplexes Programm notwendig.

Wir Menschen haben ein Nervensystem, das dies alles über Neugierde lernen kann. Auch dann noch, wenn wir alt sind oder über einen Unfall Teile des Nervensystems zerstört werden.

Am Ende wird die Gabel beim Menschenkind dann natürlich auf den Boden geworfen um nachzugucken, zu hören, wie es tönt… Und von A bis Z macht es offensichtlich Spass, dieses Lernen. Genau so sollen Feldenkrais Stunden sein – für optimales Lernen, schnelsst mögliche Veresserung.